Geschichte:
Ursprünglich befanden sich an der Stelle des heutigen Schlosses die Burgen Vorder- und Hinterhohenschwangau, die zu Lebzeiten König Ludwigs nur noch als Ruinen vorhanden waren. Diese Ruinen wurden vor der Grundsteinlegung zu Neuschwanstein komplett entfernt. (An der Stelle des heutigen Schlosses Hohenschwangau befand sich übrigens eine Burg namens Schwanstein, die Namen wurden Anfang des 19. Jahrhunderts vertauscht.)

Nach dem Tode König Ludwig II. wurde der Viereckturm und das Ritterhaus vereinfacht fertiggestellt und die Kemenate, zu der nur das Fundament gelegt war, noch errichtet. Nicht mehr ausgeführt wurde das Kernstück der Anlage, der Bergfried mit der Burgkapelle, wie ihn Christian Jank in seinem Entwurf von 1871 dargestellt hat.

Am Ende des Zweiten Weltkrieges wurden auf dem Schloss Goldschätze der Deutschen Reichsbank gelagert. In den letzen Kriegstagen wurden sie jedoch, an einen bis heute unbekannten Ort, verschleppt. Gerüchten zufolge wurden sie in einen See versenkt, z.B. in den naheliegenden Alatsee. Dies ließ sich aber bis heute nicht beweisen.

Schloss Neuschwanstein, das König Ludwig II. ab 1868 auf einem zerklüfteten Felsen in malerischer Bergszenerie errichten ließ, sollte, wie er an Richard Wagner schrieb, "im echten Styl der alten deutschen Ritterburgen" erstehen.

Die Grundsteinlegung war am 5. September 1869, 1880 war Richtfest für den Palas, der 1884 bezogen werden konnte. Beim Tod Ludwigs im Jahre 1886 war das Schloss noch keineswegs fertiggestellt. Er wohnte nach bis dato 17-jähriger Bauzeit gerade 172 Tage im Schloss. Besonderes Merkmal für den unvollendeten Zustand des Schlosses ist der fehlende Thron im großen Thronsaal.

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